Eine Trennung, der Tod eines geliebten Menschen, Neuorientierung im Job, eine Geburt oder ein Umzug – das sind alles tiefgehende Veränderungen im Leben, in denen wir uns erst einmal zurückziehen.

Ist die Zeit des Rückzugs vorbei – analog auch zur Jahreszeit des Winters – hast Du in dieser Zeit idealerweise Kraft gesammelt. ⁣Sichtbar ist dies im Frühling, wenn die Natur zu sprießen und zu blühen beginnt. Und Du merkst es an der Emotion der Wut.

In diesem Blogartikel erfährst Du, was Wut aus Sicht der TCM bedeutet, warum es ohne Wut keine Veränderungen gibt und warum Du sie auch als Frau zeigen und nutzen solltest.

Was Wut aus der Sicht der TCM bedeutet

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ordnen wir den fünf Wandlungsphasen Wasser, Holz, Feuer, Erde und Metall auch fünf Grundemotionen zu. Diese sind Angst, Wut, Freude, Sorge und Trauer. 

Die Angst gehört zur Wandlungsphase Wasser. Die Wut gehört zur Wandlungsphase Holz, die Freude zum Feuer, die Sorge zur Erde und die Trauer zum Metall. Alle Wandlungsphasen und Emotionen sind wichtig und gehören zum natürlichen Kreislauf, in dem wir als Menschen eingebunden sind. 

Oft fühlt sich Wut so impulsiv an, als würde sie aus dem Nichts kommen. Aber das stimmt so nicht. Ähnlich ist das im Frühling, zu dem die Wut als Emotion gehört. Manchmal scheint es auch hier so, als wären die Blüten und Blätter, die frischen Triebe ganz plötzlich da. Unter der Erde und unter der Schneedecke passiert im Verborgenen jedoch ganz viel. Ganz viel Vorbereitungsarbeit – vergleichbar mit der inneren Arbeit eines Menschen. Es ist wie ein Kräftesammeln, ein Kräftebündeln.

Im Frühling entsteht Neues – in der Natur und in Dir

Parallel zum Kräftesammeln entsteht insbesondere bei Veränderungen meistens so ein Gefühl von “Ich hab es satt” oder “Ich bin es leid”. Das ist für größere Veränderungen erforderlich. Wenn Neues geboren wird, neue Ideen, Projekte, neues Leben entsteht oder sich eine Blume unter widrigsten Umständen den Weg durch eine Mauer oder sogar den Asphalt bahnt, wird die Qualität des Holzes benötigt

Flexibilität ist eine wichtige Eigenschaft bei der Umsetzung Deiner neuen Ziele und Projekte. Dazu gehört Wut, dazu gehört Mut und ein Ziel, für das Du bereit bist, vieles links und rechts stehen zu lassen. Jeder Anfang ist zart und dennoch kraftvoll. ⁣Das passt auch in die aktuelle Krisenzeit, die für uns alle jede Menge Veränderungen mit sich bringt.

Wut ist der Motor der Veränderung

Verstehe Wut nicht als Aggression gegen andere oder Dich selbst, sondern betrachte sie einfach als Motor der Veränderung. ⁣Es ist übrigens nichts Schlechtes, wenn Du Dich gerade total glücklich und zufrieden fühlst und Du es Dir in Deinem Leben gemütlich eingerichtet hast. Dann hast Du eventuell gerade keinen Veränderungsbedarf.

Was ich jedoch häufig in meiner Praxis erlebe, sind Frauen, die an irgendeiner Stelle ihres Lebens mit irgendeinem Aspekt nicht wirklich glücklich und zufrieden sind. Sonst gäbe es höchstwahrscheinlich auch keine körperlichen Symptome.

Wenn Energie nicht fließt, entsteht auf Dauer ein Ungleichgewicht in der entsprechenden oder einer anderen Wandlungsphase. Das macht sich wiederum bemerkbar – körperlich, geistig und/oder seelisch.

Ohne Wut gibt es keine Veränderung

Es braucht Veränderungen, damit sich etwas an Deiner Situation ändert. Wahrscheinlich hast Du auch schon mal den schlauen Spruch gehört: “Es geht Dir wohl noch zu gut. Sonst würdest Du etwas ändern”. Da ist was Wahres dran. Es spricht den Aspekt des „Sammelns“ an, des „Wartens“. Aber es ist eben auch wichtig, die Dinge nicht nur zu zerdenken, sondern aktiv zu werden.

Manchmal braucht es dazu einen Impuls, einen Schrittmacher, ein Bewusstwerden oder Ähnliches – und dann geht es los. Ein Projekt, das einmal wirklich in den Fluss gekommen ist, ist dann aus sich heraus nicht zu stoppen. Es wird sich in seinem ureigensten Tempo entwickeln.

Wenn Du einmal wirklich an dem Punkt angekommen bist, nun für etwas einzustehen, jeden Dir möglichen Weg zu gehen, dann ist es Dir egal, wenn andere über Dich herziehen – zumindest langfristig. Du erkennst dann, dass Du nur Deine Ziele und deren Dringlichkeit überprüfen musst.

Bild einer Frau, die mutig über einen Abgrund springt und bereit für Veränderungen ist

Auch als Frau darfst Du wütend sein

Natürlich ist es sehr individuell, wie impulsiv, intro- oder extravertiert ein Mensch ist. Viele Frauen haben jedoch von klein auf gelernt, dass es sich für ein Mädchen, eine Frau nicht gehört, wütend und laut zu sein. Dieser Eindruck wird Frauen noch immer durch Erziehung, Nachahmung und Sozialisierung vermittelt. 

Wenn ich mit Frauen spreche, sagen sie mir oft, dass sie gar keine Wut empfinden, sondern eher Trauer. Das liegt daran, dass Trauer gesellschaftlich viel geduldeter ist als Wut. 

Wie sich unterdrückte Wut auswirkt

Das hat für viele Frauen fatale Folgen: Wenn Du Deine Emotionen immer zurückhältst, Deine Wut unterdrückst, wird sich das körperlich, geistig und seelisch zeigen. Dann fließt Deine Lebensenergie nicht mehr richtig, der Antrieb lässt nach. Und letztendlich kann es Dich in eine Depression bringen. 

Es wird sich auch in Deiner Partnerschaft und Familie äußern. Denn entweder richtet sich die Wut gegen den eigenen Körper (autoaggressiv) oder sie bahnt sich – wenn der letzte Tropfen das Fass zum Überlaufen bringt – völlig unvermittelt ihren dann oft zerstörerischen Weg. Nicht selten werden solche Momente als hysterisch verurteilt (hyster = Gebärmutter). Jähzorn ist eine weitere Facette aufgestauter Energie, die sich ihren Weg sucht. 

Und deshalb sage ich Dir: Auch als Frau „darfst“ Du wütend sein! Wut ist eine unserer Grundemotionen und wichtig. Sie ist eine treibende Kraft, die Leben und Neues zu gebären vermag. Wer, wenn nicht eine Frau, sollte das leben?

Sammelst und konservierst Du ständig Deine Wut, entsteht eines nicht: der Mut zur Veränderung. Der Schritt, den Du tun darfst, um endlich etwas zu verändern, ist der erste, dem viele Schritte folgen dürfen. Und liebe Frauen: Das ist unsere Aufgabe. Mit Köpfchen und aus der Ruhe. Auch mit einigen abgestoßenen Hörnern, Sackgassen und scheinbar unüberwindbaren Hürden – all das ist auf Deinem Weg total okay.

Wenn Du Deinen Gefühlen Ausdruck verleihst, sie in Bewegung hältst (in motion, E-motion), dann fühlst Du Dich lebendig. Alle Gefühle sind wichtig und die Wut ist der Motor des Lebens.

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