Wie geht Selbstwert als Frau? – Mühelos wertvoll sein

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September 3, 2019

Mal ehrlich: Du kennst das Gefühl, nicht zu genügen, Deine Anforderungen an Dich und das Leben zu hoch zu schrauben. Du willst ein gutes UND ein böses Mädchen sein. Du ertappst Dich mit völlig realitätsfernen Ideen einer powervollen Traumkarriere, dem Bild einer liebevoll umsorgenden Mutter, die täglich frische Biokost zubereitet. Du willst die hingebungsvolle Partnerin mit Sex- Appeal und die perfekte Freundin zum Pferdestehlen sein. Du überforderst Dich!

Ursache: Selbstwertmangel.

Warum? Gelernt, abgeguckt, an Äußerem orientiert anstatt an Deiner inneren Wahrheit. Und genau “da drinnen” weißt Du: Nur Du kannst es ändern! Wenn Du Gefühle kennst wie Versagensängste, Selbstzweifel und Co, dann säst Du den Samen für genau diese Gefühle. Anders ausgedrückt: Mit Dir werden die Dinge in Resonanz gehen, die Dich in diesen Gefühlen bestätigen. Du kreierst in jedem Moment. Ja, natürlich gibt es unglückliche Unfälle, Schicksalsschläge. Und schau´ Dir einmal an, wie unterschiedlich Menschen damit umgehen.

Ich nenne extra keine Beispiele, wissend, dass wir NICHTS miteinander vergleichen können. Und dennoch finde ich es wichtig und hilfreich, Dich zu hinterfragen, ob Du Deine Ideen, Deine Geisteskraft wirklich bewusst für Deine Ideale einsetzt. Ja, das ist mitunter unbequem. Aber kraftvoll ist nur das, was wirklich aus Deinem Inneren kommt. Und um das immer detaillierter zu erkennen, brauchst Du die Begegnung mit anderen im Außen.

Das, was wirklich Dir, Deinen Werten und Fähigkeiten entspricht, wird Dir dann bewusst, wenn Du Dich mit anderem konfrontierst. Mit dem Ziel, zu finden, was Du magst, was Dir entspricht. Nicht, um unauffällig in einer großen Masse von Gleichem unterzugehen!

Die Power Deines wahren Selbstwerts ist immens viel größer als das, was Du Dir jetzt vorstellen kannst.

Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin, kurz TCM, wird der Selbstwert der “Mitte”, der Wandlungsphase “Erde” zugeordnet. Es ist erstrebenswert, immer wieder den Weg in die eigene Mitte zu suchen. Umgangssprachlich und im Marketing werden Umschreibungen wie “gechillt sein”, “stay in balance”, Achtsamkeit im „Hier und Jetzt“ u.v.a.m. inflationär benutzt.

All die Menschen, die sagen, sie sind total im JETZT, habe ich sehr lange und immer wieder bewundert. Kennst Du das? Theoretisch ist Dir klar, dass Du nichts zu tun brauchst, als Dich aufs JETZT zu konzentrieren, ruhig zu atmen, zu sein. Und es gelingt Dir je nach Tagesform mehr oder weniger, entspannt wahrzunehmen, was ist.

Da kommt ein unverschämter Anruf, Deine Brut fegt wie ein Wirbelsturm durch Euer Heim und hinterlässt die Spur einer Verwüstung oder Dein Liebster vergisst Eure Verabredung. Dann denkst Du “ich bleib ganz entspannt und atme” – ja, das mag sein, aber gelingt es Dir wirklich immer? Mir nicht. Heute glaube ich denen, die behaupten, sie seien stets gechillt, nicht mehr…

Hältst Du es wirklich für erstrebenswert, Deinen Selbstwert daran zu knüpfen, wie gelassen Du emotional reagierst? Wie bequem Du für die anderen bist? Fühlt es sich nicht sehr lebendig an, sich mal aufzuregen? Tränen fließen zu lassen oder Schmerzen zu ertragen? Eine Schwäche einzugestehen? Wie sympathisch sind Dir Menschen, die scheinbar keine Gefühlsregung haben? Ich persönlich fühle mich mit denen, die sich voller Gefühl, Engagement und Emotion für oder gegen etwas einsetzen viel verbundener als mit denen, die in Coolness wegbügeln, was sie oder mich (Dich auch?) bewegen könnte.

Die Veränderung Deiner Gefühlswelten gehört zu Dir und macht das Leben lebenswert. Wann und ob Du wahrnimmst, dass Du gerade nicht in Deiner Mitte ruhst, liegt an Deiner Wachheit, Deiner Klarheit. Es geht also in erster Linie nicht darum, völlig gechillt und emotionslos Deinen Alltag hinzunehmen – das wäre doch schrecklich langweilig. Es geht vielmehr darum, WAHRZUNEHMEN, was Dich bewegt, DIES zu akzeptieren und vielleicht sogar zu nutzen.

Auch das ist Teil Deiner Selbstachtung, Deiner Selbstfürsorge. Diese umsorgenden Qualitäten sind nährende Qualitäten, wie sie Mutter Erde oder Mutter Natur für uns bereithalten. Und so ist es auch unsere Natur, uns zu versorgen.

Warum und wie bewertest Du Gefühle und Emotionen?

Jedes Baby hat schon Gefühle. Es zeigt ganz ungefiltert, ob ihm gefällt, was es spürt oder nicht.
Durch die Reaktionen Deines Umfelds hast auch Du in Deiner Kindheit Konditionierungen erfahren, die heute beeinflussen, was Du Dir erlaubst und was nicht. Letztlich sind so die Muster Deines Verhaltens entstanden.

Es gibt unzählige Muster der Menschheit, Deiner Rasse, Deines Geschlechts, Deiner Nation, Deiner Ahnen… Deswegen verstehst Du heute nicht alle Gefühle, alle Emotionen. Und Du darfst lernen, welche Muster Dir dienen und welche nicht. Dies zu wissen, ist das Eine. Wirklich zu fühlen, was Dich bewegt und dieses Gefühl langfristig zu ändern, ist etwas ganz Anderes.

Wenn Du spürst, was wahrhaftig ist, dann stellst Du Dir keine Frage mehr à la “bin ich richtig” oder “bin ich genug”? Dann bist Du erfüllt und weißt, dass Du genauso, hier und jetzt einfach bist. Dieses Gefühl bekommst Du nicht auf Knopfdruck, kannst Du nicht öffnen wie eine App auf Deinem Smartphone. Und darum ist es wichtig, zu üben, einfach wahrzunehmen. Dein Leben bietet Dir täglich zahlreiche Möglichkeiten.

Warum Du oft nur denkst, Du bist ok. 

Um den Selbstwert zu beschreiben wird oftmals die Metapher erwähnt, dass das Gänseblümchen neben der Rose einfach blühe und sich nicht hinterfrage. Es blüht einfach. – Bei diesem Vergleich denkst Du vielleicht „ja, stimmt“ und gleich darauf fühlt es sich nicht besser an, wenn Du lieber die Rose wärst.

Das ist die Falle, Dir etwas einzureden, Dich zu belügen, nur weil etwas total logisch und korrekt erscheint. Deswegen ändert sich ja Dein Gefühl nicht. Solche Vergleiche bergen sogar die Gefahr, dass sich Dein Selbstwert noch drastischer nach unten bewegt. Denn Dir wird höchstwahrscheinlich bewusst, dass Du gerade versagst, Dich einfach wertvoll zu fühlen.

Sollst Du nun akzeptieren, dass Du eben ein Gänseblümchen bist, oder der Idee nachgeben, auch eine Rose sein zu können? – Die Antwort wird Dir niemand, der wirklich seriös arbeitet, geben. Die darfst Du für Dich finden, ändern,… Jedenfalls ist der ursprüngliche Wert, den Du hast, unumstößlich und viel größer als der, den Du der einen oder anderen Blume zuschreibst. Du kannst ihn Dir auch nicht erkaufen durch Klamotten, Statussymbole, Schönheitschirurgie oder teuerste Kuren und Dich perfektionierende Coachings!

Ich verrate Dir jedoch so viel: Alleine, dass Du die Idee hast, etwas Bestimmtes sein zu können, weist Dir Deinen ganz eigenen Weg! Genehmige Dir selbst täglich ein paar Minuten mehr in gegenwärtiger Präsenz, urteilsfrei, egal, ob Du gerade Erfolg hast oder Niederlagen kassierst. Schaffe Dir einen Raum des SEINS im JETZT. Das funktioniert überall: zwischen goldenen Löffeln und unter der Brücke, im Urlaub und im Meeting, auf der Yogamatte und an der Ampel. Um Deinen Bewertungen auf die Spur zu kommen, beobachte Dich aufrichtig:

Wann entwertest Du Dich oder andere?

An was orientierst Du Dich? Gleiche Deine Ergebnisse ab mit Deinen Werten, Deiner Ethik und Moral. Nicht jede Bewertung ist schlecht. Wichtig ist, dass Du Dir ihrer bewusst wirst! Meine Erfahrung zeigt, dass ich mit meinen Patienten erstmal auf der seelischen Ebene „aufräumen“ darf, bevor sich körperlich eine nachhaltige Veränderung einstellen kann. Wir analysieren jedoch nicht jedes Muster. Vielmehr arbeite ich gerne direkt mit Gefühlen und Emotionen, Aufgaben, die einfach, jedoch nachhaltig wirken.

Akut kann ich bei Störungen der Mitte wie Magen- Darm- Problemen oder Ödemen, Konzentrationsschwäche, Krampfadern und vielem anderen Abhilfe schaffen. Langfristig verändert sich hier jedoch erst dann etwas, wenn Du mitarbeitest. Durch Dein Tun, wirst Du Dich anders fühlen, und so wiederum motiviert, weiter zu machen. Welche Muster und welche Bewertungen hindern Dich daran, Dich heute und jetzt ganz und gar wertvoll zu fühlen?