Vielleicht fühlst Du Dich auch gerade ängstlich und unsicher. Das ist in Zeiten des Coronavirus völlig okay. Diese Pandemie und die damit verbundenen gesellschaftlichen und persönlichen Auswirkungen sind eine außergewöhnliche Herausforderung, die keiner von uns bisher kennt.

Schwierig wird es nur, wenn die Welle der Menschen, die Angst bekommen, immer größer wird und droht, Dich mitzureißen. Wenn aus wachsender Angst Panik wird. Deshalb möchte ich Dir in diesem Blogartikel helfen, Deine Angst besser zu verstehen und Dir 10 Tipps an die Hand geben, wie Du in der Coronakrise mehr Ruhe und Gelassenheit findest.⁣

Die Angst aus Sicht der TCM

Ja, zugegebenermaßen gibt es Menschen, die mehr zur Angst tendieren als andere. Auch das ist total in Ordnung und gut so. Denn Angst ist per se nicht falsch. Sie ist eine unserer fünf Grundemotionen und wichtig. Idealerweise sind wir im Gleichgewicht zwischen „gesunder Angst“ und „Vertrauen ins Leben“.

Aus Sicht der TCM wird Angst der Wandlungsphase Wasser zugeordnet. Die Organe Niere und Blase sowie die Sexualorgane gehören ebenso hierzu. Am einfachsten lässt sich dieser Zusammenhang über den Volksmund „sich vor Angst in die Hose machen“ herstellen.

Wenn Deine Angst einfach nicht weggehen will, sage ich Dir nicht, dass Du sie vertreiben oder verdrängen sollst. Nein. Akzeptiere sie als eine wichtige Emotion Deines Lebens. Und suche in Dir nach der Balance mit dem Vertrauen. Du hast unglaubliches Vertrauen und Mut in diesem Leben. Sonst wärst Du nicht hier.

Was Angst in Deinem Körper bewirkt

„Gelähmt vor Angst“, „in die Knie gehen“ oder zur „Salzsäule erstarren“ – diese Redewendungen hast Du sicherlich auch schon das eine oder andere Mal genutzt. Der Volksmund beschreibt es ziemlich treffend, was die Angst in den ersten Sekunden im Körper bewirkt, wenn Du zum Beispiel erschrickst. Sie lässt Dich erstarren und macht Dich unflexibel.

Wenn Du in wirklicher Gefahr bist, ist Angst sinnvoll. Denn sie aktiviert das sogenannte adrenerge System, den Sympathikus. Wir sind dann flucht- oder kampfbereit, hellwach, im Alarmzustand sozusagen. Die Sinne sind geschärft, wir hören extrem gut und reagieren auf kleinste Details in unserer Umgebung. Bei akuter Bedrohung hilft uns die Angst, wortwörtlich „zu überleben“. Die anderen Körperfunktionen wie die Verdauung, die Entspannung des Geistes und die Reparatursysteme des Körpers sind dann erst mal „nebensächlich“, kommen also zu kurz.

Diese Stressreaktionen laufen aber ebenso im Körper ab, wenn die Gefahr nicht „real“ ist, etwa bei einer Panikattacke. Aus der Stressforschung ist bekannt, dass sich Stressmomente, die sich in kurzer Zeit wiederholen (wie Angstzustände), ungünstig potenzieren können.

Das bedeutet, dass Du Dich nicht mehr richtig erholst, weil die Erholungsphasen zu kurz und ineffektiv sind. Auf das hohe Stressniveau wird dann immer ein zusätzliches addiert. Die Stresskurve steigt immer weiter an und Du bist permanent gestresst. Das äußert sich dann zum Beispiel durch Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme.

Warum Dir Angst beim Coronavirus nicht weiterhilft

Angst ist nur dann sinnvoll, wenn Du gerade wirklich bedroht wirst. Das Coronavirus mag Dir als Bedrohung erscheinen. Aber das sind viele andere Situationen Deines Alltags ebenso. Das ist Dir nur nicht so bewusst. Krankheiten, Unfälle, der Tod – all das kann jeden Tag auf verschiedenste Art und Weise in Dein Leben kommen.

Alle Geschichten um ein Virus sind aus einer bestimmten Perspektive real, aber eben niemals die ganze Wahrheit. Deswegen liegt es zum größten Teil an Dir, für welche Version Du Dich entscheidest. Gerade weil die vielen, teils widersprüchlichen, Informationen nicht wirklich helfen, darüber eine klare Entscheidung zu treffen, ist es enorm wichtig, dass Du für Dich alleine überlegst, fühlst und dann entscheidest, wie Du mit der neuen Situation umgehen willst.

Egal, was gestern war und was morgen kommen wird: Du kannst Dich hier, jetzt, in diesem Moment neu entscheiden. Lausche Deiner inneren Stimme und beginne, Dir mehr zu vertrauen. Damit übernimmst Du Verantwortung für Dich. Und Du wirst merken, dass Deine Angst keine dauerhafte Macht bekommt.

Coronaviruas Angst mit Bewegung durch Tai-Chi kontrollieren
© Microgen – stock.adobe.com

10 Tipps gegen die Angst und für mehr Ruhe in der Corona-Krise

Wenn Du das Gefühl hast, dass Dich die Angst vor dem Coronavirus einnimmt, habe ich hier ein paar Tipps, die Dir sofort helfen können.

1. Lege Dich in die Badewanne

Nimm ein Bad und lass Dich vom Wasser im wahrsten Sinne des Wortes tragen. Die wohlige Wärme entspannt Muskeln und Psyche.

2. Dusche Dich warm und eiskalt ab

Wechselduschen helfen Dir, schnell in die Wirklichkeit zurückzukommen. Das ist gerade bei Angstzuständen sehr hilfreich. Kälte zieht alle Aufmerksamkeit auf sich und aktiviert den kognitiven Teil des Gehirns.

3. Mach ein warmes Fußbad

Ein ansteigendes Fußbad sorgt für ein wohlig warmes Gefühl und hilft Dir beim Entspannen und Einschlafen. Erhöhe allmählich die Temperatur, indem Du immer wieder heißes Wasser zuführst.

4. Gehe auf natürlichem Boden spazieren

Laufe auf der Wiese, dem Feldweg oder im Wald und spüre den Boden unter Dir. Vielleicht kannst Du sogar barfuß gehen. Wichtig ist, dass Deine Füße nicht schon zu Beginn kalt sind. Lehne Dich an einen Baum oder lege Dich komplett auf die Wiese. So spürst Du die Verbundenheit zur Natur.

5. Bewege Dich täglich

Sanfte Bewegungs- und Dehnübungen wie Qi-Gong, Tai-Chi und Yoga beruhigen den Geist. Achte darauf, dabei tief zu atmen.

6. Sorge regelmäßig für ausreichend Schlaf

Falls es Dir schwerfällt, einzuschlafen: Stelle etwas Bio-Lavendelöl neben Dein Bett. Und verzichte möglichst ganz auf Kaffee, trinke viel Wasser und Tee. Iss abends nur leichte Suppen oder gedünstetes Gemüse.

7. Begrenze Deine Bildschirm-Zeit

Versuche, nach 18 Uhr nicht mehr in den Fernseher oder auf einen anderen Bildschirm zu schauen. Beende mal für eine Woche wirklich jede derartige Aktivität.

8. Spiele Dein Worst-Case-Szenario gedanklich durch

Lass Dein persönliches Worst-Case-Szenario zu und denke es einmal, soweit es Dir möglich ist, durch. Ja, das könnte passieren. Aber glaubst Du, dass es wirklich so kommen wird? Oder nur, dass es sein könnte? Falls Du tagsüber regelrechte Angst- oder Panikattacken hast, nimm vor dem Frühstück eine Lavendelkapsel ein und besorge Dir Bryophyllum in der Apotheke.

9. Sprich über Deine Angst

Zeig Dich mit Deinen Gefühlen. Sich etwas von der Seele zu reden, ist sehr effektiv und wichtig. Vertraue auf die Empathie Deiner Mitmenschen. Selbst wenn sie auch unsicher sind, verbindet ehrliche Kommunikation Menschen miteinander.

10. Konzentriere Dich auf Deine Atmung

Tiefes Atmen ist eine der feinsten Bewegungen Deines Körpers, mit der Du jede Zelle erreichen kannst. Atme immer wieder bewusst tief in den Bauch und langsam wieder aus. Wenn Dir das tiefe Atmen erst mal schwerfällt, kannst Du es üben. Akupunktur und Kräuter können Dich hier bei einer Lungenschwäche optimal unterstützen.

Im Falle des Coronavirus bestätigt das ein von mir sehr geschätzter chinesischer TCM-Arzt, der in einem Krankenhaus in Wuhan selbst COVID-19-Patienten mit Akupunktur behandelt.

Angst ist eine wichtige Emotion in Deinem Leben. Akzeptiere sie als solche und versuche, mehr ins Vertrauen zu kommen. In Dich selbst und in das Leben an sich. Höre mehr auf Deine innere Stimme und mach Dir bewusst, dass es Deine Entscheidung ist, wie Du mit der aktuellen Situation umgehst.

Lies hier weiter: Coronavirus: Wie jetzt selbst Deine Immunabwehr stärken kannst